Gefühle
Wenn ein Abschied von wichtigen Menschen passiert, dann spüren wir viele Gefühle in uns. Diese sind manchmal sehr stark und auch widersprüchlich. Die meisten Gefühle sind unangenehm. Dennoch sind sie wichtig und zeigen die Bedürfnisse beim Trauern auf. Es kann hilfreich sein, über deine Gefühle mit einem Menschen deines Vertrauens zu sprechen.
Im folgenden Text haben wir aufgeschrieben, wie Kinder und Jugendliche dies erleben.
- Wut
Manche Kinder und Jugendliche spüren in ihrer Trauer große Wut auf das Leben und alles was passiert ist.
Die Wut kann auf die Familie, Freunde, Ärzte und Krankenschwestern aber auch auf den Verstorbenen ausgerichtet sein.
Die Wut kann sich aber auch auf einen selbst richten.
Häufig drehen sich die Gedanken um Schuld. „Wer hat versagt?“ „Was hätte man noch tun können und müssen, um das Schreckliche zu verhindern?“ „Warum gerade in unserer Familie?“
All diese Gedanken gehören zur Trauer dazu. Die Wut stellt ein Teil der Trauerreaktion dar. Es dauert bis wir verstehen, dass diese Gedanken nicht wirklich hilfreich sind.
Gewöhnlich verringert sich die Wut im Laufe der Zeit. Ist das nicht so, ist es wichtig, mit jemanden darüber zu reden und die Gefühle nicht wegzusperren. - Trauer und Schmerz
Traurigkeit und Schmerz können überwältigend sein und wie eine enorme Welle über uns herbrechen.
Der Schmerz kann sich körperlich zeigen und mit z. B. Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen,Übelkeit oder Schlafstörungen einher gehen. Dies führt manchmal auch dazu, dass die Konzentration in der Schule schwer fällt.
Trauer und Schmerz können sich aber auch durch Weinen, Zittern, leises Zurückziehen, Streiten oder Lustlosigkeit und manch andere Reaktion im Verhalten zeigen.
Die Vielfältigkeit der Beschwerden machen es schwer einen Zusammenhang zur Trauer zu erkennen. - Angst und Besorgnis
Der Verlust eines wichtigen Menschen kann Angst und Besorgnis auslösen. Gedanken an die Zukunft können von Unsicherheit geprägt sein. Viele Fragen tauchen auf: „Wer kümmert sich nun um mich?“ „Wird mein zweiter Elternteil auch Krebs bekommen?“ “Werde ich erkranken?“ „Mein Cousin hustet, muss er auch sterben?“
Oft sind diese Veränderungen Besorgnis erregend. Wir erkennen uns selbst nicht wieder und haben Angst, dass dies jetzt für immer so bleibt. - Erleichterung
Wenn ein Mensch durch die Krankheit große Schmerzen erleiden musste und die ganze Familie sehr durch die Pflege der Kranken belastet war, ist man manchmal auch erleichtert, wenn alles vorbei ist. Es war eine sehr schwere Zeit. Daher ist diese Reaktion sehr veständlich. Dennoch macht dieses Gefühl der Erleichterung manchmal auch ein schlechtes Gewissen. - Unmut und Verstimmung
Vielleicht geht oder ging diese schwere Zeit mit vielen Veränderungen in deinem Leben einher. Mehr Verantwortung für sich selbst und auch andere (z. B. kleinere Geschwister). Neid gegenüber Freunden, die in einer besseren Lage sind kann entstehen.

